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Archiv: GMW-Arbeitsgruppe "Content Management"
Strategien zum Content Management stellt den Kernpunkt einer GMW-Arbeitsgruppe dar, die sich gerade in Gründung befindet und zu der wir Sie herzlich einladen. Im Mittelpunkt der Diskussion steht insbesondere der Versuch, den Referenzrahmen des Hörsaals zu überwinden und eLearning nicht nur unter dem personenzentrierten Blickwinkel der Interaktion in Lehrveranstaltungen zu betrachten, sondern auch Effekte in den sozialen Kommunikationssystemen Organisation und Gesellschaft zu untersuchen. Zu diesem Zweck werden Material und Interaktion als komplementäre Grundbestandteile von Lernarrangements unterschieden, die sich in ihren Verbreitungsmöglichkeiten stark unterscheiden. Für Lernmaterialien ergeben sich daraus, neben der Lehrveranstaltung selbst, noch einige weitere Verwendungskontexte. Dazu wird im September 2006 ein Sonderheft der österreichischen Zeitschrift für Hochschuldidaktik (http://www.zfhd.at ) erscheinen. Der Call for Papers wurde auf der GMW-Tagung in Rostock vorgestellt: Die GMW veröffentlicht gemeinsam mit der öGHD ein Sonderheft der Zeitschrift für Hochschuldidaktik zum Thema Content Mangement. Erscheindungsdatum: 01.09.2006 Einreichung der Beiträge bis 16.01.2006 Diese Sonderheft wird sich auf folgende Schwerpunkte konzentrieren: Archivierung und Publikation Öffentliche Bereitstellung vs. Kommerzielle Nutzung Intellectual Property Rights Standards und Metadaten Zentrale vs. Verteilte Systeme Interaktion vs. Content Management Wiss. Publikation vs. Lehrmaterial Verwendungskontexte digitaler Lehr materialien: Hörsaal, Organisation, Gesellschaft (Pfeffer, T., 2005) Das vorliegende Statement unternimmt den Versuch, den Referenzrahmen des Hörsaals zu überwinden und eLearning nicht nur unter dem personenzentrierten Blickwinkel der Interaktion in Lehrveranstaltungen zu betrachten, sondern auch Effekte in den sozialen Kommunikationssystemen Organisation und Gesellschaft zu untersuchen. Zu diesem Zweck werden Material und Interaktion als komplementäre Grundbestandteile von Lernarrangements differenziert, die sich in ihren Verbreitungsmöglichkeiten stark unterscheiden. Für Lernmaterialien ergeben sich daraus, neben der Lehrveranstaltung selbst, noch weitere Verwendungskontexte. Personenzentrierte Zugänge zum Thema eLearning an Hochschulen Viele praktische und theoretische Beiträge zum Thema eLearning nehmen einen eher personenzentrierten Standpunkt ein. Auf der theoretischen Ebene werden v.a. Fragen der Lernpsychologie und Mediendidaktik untersucht, auf der praktischen Ebene stehen vor allem Fragen der Medienproduktion oder der Gestaltung der Interaktion unter (virtuell) Anwesenden im Mittelpunkt des Interesses. Obwohl diese Beiträge zu vielen spannenden Ergebnissen führen, bergen sie die Gefahr, nur das Geschehen in der einzelnen Lehrveranstaltung zu beobachten und andere Effekte zu vernachlässigen. Material und Interaktion als Bestandteile von Lernarrangements Durch den Einsatz von Neuen Medien steigt in der Präsenzlehre das Bewusstsein, dass Lehre nicht allein mit der Interaktion der Beteiligten auskommt, sondern auch eine durchaus stoffliche Seite hat, nämlich die zum Einsatz kommenden Materialien. Während sich die Interaktion in letzter Konsequenz immer auf die Person bezieht, verhält es sich mit der Reichweite der in der Lehre eingesetzten Materialien anders. Elektronische Dokumente können einer unbegrenzten Zahl an Personen zugänglich gemacht werden, ohne dass diese sich in der Nutzung gegenseitig behindern oder sich der Aufwand für die Bereitsteller wesentlich vergrößern würde. Während die Interaktion in der Lehre (auch in der Fernlehre) immer auf klar begrenzte Personengruppen beschränkt bleiben, sind der Verbreitung von elektronischen Lehrmaterialien keine logistischen Grenzen gesetzt. Verwendungskontexte digitaler Lehrmaterialien In Anlehnung an die von Niklas Luhmann entwickelte Typologie sozialer Kommunikationssysteme (Interaktion, Organisation, Gesellschaft) lassen sich zumindest drei Verwertungszusammenhänge von Lehrmaterialien unterscheiden: 1.) die Lehrveranstaltung (z.B. Vorlesung, Seminar, Kurs) Handelsübliche Kursmanagementsysteme und Lernplattformen sind konzeptuell auf die Unterstützung herkömmlicher Lehrveranstaltungen mit klar definierten Gruppen ausgerichtet. Die Grenzen des Hörsaals werden in dieser Konzeption virtuell reproduziert, der Zugang zu Materialien ist auf die eingetragenen TeilnehmerInnen einer Lehrveranstaltung begrenzt. 2.) die Organisation (z.B. Universität, Fachhochschule) Bei diesem Ansatz werden die Materialien zwar für spezifische Lehrveranstaltungen entwickelt, sie sind aber darüber hinaus der gesamten Organisation zugänglich (z.B. Learn@WU). Auf diese Weise erhalten Studierende einen besseren Eindruck über Inhalte und Anforderungen. Lehrende haben hier die Möglichkeit sich über andere LVs zu informieren oder die Inhalte besser aufeinander abzustimmen. Auf organisatorischer Ebene wird es leichter, die Konsistenz von Lehrprogrammen zu erhöhen und Lehrende sowohl in der Produktion von Materialien, als auch logistisch in deren Bereitstellung zu unterstützen. 3.) die Gesellschaft Hier gehen die Ansätze der Verbreitung von digitalen Materialien über die Organisation hinaus. Beispiele sind die OpenCouseWare Initiative des MIT, das sich zum Ziel gesetzt, bis 2007 alle selbst produzierten Materialien frei verfügbar im Internet bereit zu stellen; oder MERLOT, eine allgemein zugängliche Austauschplattform für Lehrmaterialien, die von ein Konsortium von etwa 20 amerikanischen Universitäten finanziert wird. Gemeinsam ist diesen letzten beiden Beispielen, dass sie Lehrmaterialien in den Rang von Publikationen erheben, die auf möglichst große kommunikative Erreichbarkeit abzielen, ungeachtet der organisatorischen Zugehörigkeit der potentiellen NutzerInnen. Diskussion Im Grunde handelt es sich bei den in der universitären Lehre eingesetzten Materialien um wissenschaftliche Inhalte, die aus einer Vielzahl von Quellen geschöpft werden. Wie bei der Erstellung wissenschaftlicher Texte ist es auch bei Lehrmaterialien notwendig, auf fremde Quellen zurückzugreifen und diese zu zitieren. Aus diesem Grund erscheint es angebrachter zu sein, die Verfahren zur Herstellung und die Verbreitung von elektronischen Lehrmaterialien mit denen des wissenschaftlichen Kommunikationssystems zu vergleichen, als mit als mit Formen der Unterhaltungsindustrie. Beitragseinreichung Mit diesem "Call for Papers" laden wir Sie herzlich ein, sowohl von theoretischen Konzepten, als auch von praktischen Projekten im Zusammenhang mit Content Management and Hochschulen zu berichten. Dieses Sonderheft der ÖZHD soll eine Zusammenschau unterschiedlicher Zugänge ermöglichen, um auf Basis der Beiträge eine GMW Arbeitsgruppe "Strategien zum Content-Management" zu etablieren. Das Editorial Board der ÖZHD entscheidet über die Annahme Ihres Beitrags in einem Review-Verfahren. Beitragsumfang: etwa 15.000 Zeichen inkl. Leerzeichen Ihr Paper senden Sie bitte bis zum 16.01.2006 an Dr. Alexandra Sindler. Call for Papers als PDF-Datei ZURÜCK zur Übersicht des Arbeitsgruppen-Archivs |
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| Aktualisiert am 25.09.2005 | ||||||||||