Im Juni 1999 trafen sich 29 europäische HochschulministerInnen und unterzeichneten die sogenannte "Bologna-Erklärung" zur Schaffung eines europäischen Hochschulraums bis zum Jahre 2010 und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas als Bildungsstandort weltweit. Darin wurden sechs wesentliche Aufgaben und Ziele festgehalten:
- Schaffung eines Systems leicht verständlicher und vergleichbarer Abschlüsse mit Diplomzusatz (Diploma Supplement)
- Schaffung eines zweistufigen Systems von Studienabschlüssen
- Einführung eines Leistungspunktesystems (zum Transfer und für die Akkumulierung von Studien- und Prüfungsleistungen) einhergehend mit der Modularisierung der Studienangebote
- Förderung der Mobilität durch Beseitigung von Mobilitätshemmnissen
- Förderung der europäischen Zusammenarbeit durch Qualitätssicherung
- Förderung der europäischen Dimension in der Hochschulausbildung
Die Bologna-Deklaration "Der Europäische Hochschulraum" vom 19. Juni 1999 (in Bologna)
http://www.bologna-berlin2003.de/pdf/bologna_deu.pdf
Zwei Jahre danach fanden sich die HochschulministerInnen (mittlerweile von 33 europäischen Unterzeichnerstaaten) im Mai 2001 in Prag zusammensammen. Prager Communiqué bekräftigten sie die in der Bologna-Erklärung festgelegen Ziele und ergänzten sie um drei weitere:
- Ausbau der lebenslangen Weiterbildung (Lebenslanges Lernen)
- Enge Einbeziehung der Hochschulen und der Studierenden in den Prozess zur Entwicklung des europäischen Hochschulraumes
- Steigerung der Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Hochschulraumes (einschließlich transnational education)
Das Communiqué "Auf dem Wege zum europäischen Hochschulraum" vom 19. Mai 2001 (in Prag)
http://www.bologna-berlin2003.de/pdf/prager_kommunique.pdf
Im September 2003 zogen die HochschulministerInnen der 33 Unterzeichnerstaaten (zwischenzeitlich 40) in Berlin Bilanz und setzten ganz konkrete mittelfristige Schwerpunkte für die folgenden 2 Jahre:
- Qualitätssicherung der Lehre, die durch die Schaffung nationaler Qualitätssicherungssysteme bis 2005 mit folgenden Inhalten Unterstützung erfahren soll:
- Festlegung der Zuständigkeiten der beteiligten Instanzen und Institutionen
- Evaluierung von Programmen oder Institutionen, einschließlich interner Bewertung, externer Beurteilung, Beteiligung der Studierenden und Veröffentlichung der Ergebnisse
- ein System der Akkreditierung oder Zertifizierung oder ähnliche Verfahren
- internationale Beteiligung, Kooperation und Vernetzung
- Beginn der Einführung zweistufiger Studiensysteme bis 2005
- Anerkennung von Studienabschlüssen und -abschnitten - unterstützt durch ein Diploma Supplement, das allen Absolventen ab 2005 automatisch, gebührenfrei und in einer gängigen europäischen Sprache zur Verfügung zu stellen ist
Als weiteres globales Ziel verständigte man sich, den Europäischen Hochschulraum und den Europäischen Forschungsraum enger zu verbinden,
- indem die Doktorandenausbildung als dritter Ausbildungszyklus in die Studiensysteme einzubeziehen ist.
Das Communiqué "Realisierung des Europäischen Hochschulraumes" vom 19. September 2003 (in Berlin)
http://www.bologna-berlin2003.de/pdf/Communique_dt.pdf
Im Mai 2005 werden sich die europäischen HochschulministerInnen in Bergen / Norwegen treffen, um den Fortschritt des Bologna-Prozesses zu prüfen und ihn fortzuschreiben.
Von Berlin nach Bergen
http://www.bologna-bergen2005.no/
Informationen zur Umsetzung des Bologna-Prozesses
in Deutschland
Dokumentensammlung von Beschlüssen der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und Kultusministerkonferenz (KMK)
HRK-Senatsbeschluss vom 10. Februar 2004: ECTS als System zur Anrechung, Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen
in Österreich
Informationen des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kulturt (bm:bwk) zu Europa / Internationales http://www.bmbwk.gv.at/europa/
in der Schweiz
Empfehlungen der Schweizer Rektorenkonferenz (CRUS): http://www.bolognareform.ch