Christiane Metzger; Universität Hamburg
ZEITLast analysiert Variablen der BA-Studienstruktur in acht Studiengängen an vier Universitäten und experimentiert mit der Lehrorganisation. Die Lehr-Lern-Organisation wird durch Blockunterricht, verteilte studienbegleitende Prüfungsformen und durch den Einsatz von E-Learning bzw. Web-2.0-Anwendungen variiert. Module werden komprimiert und im Zusammenhang gelehrt.
In streng kontrollierten Zeitbudget-Analysen wird die Workload der Studierenden vor und während der Interventionen gemessen, subjektives Empfinden der Belastung wird durch kontrollierte Befragungen ermittelt. Nach der vollständigen Durchführung der Zeitbudget-Analysen werden erstmals objektive Daten zur tatsächlichen Workload der Studierenden vorliegen. Dadurch können Rückschlüsse auf die Studierbarkeit der beteiligten Studiengänge gezogen und entsprechende Maßnahmen wie die Weiterentwicklung der Curricula durch die Rekonzeption von Modulinhalten und die Optimierung der Lehrorganisation und des Prüfungswesens ergriffen werden.
Mit den bisher vorliegenden Daten kann die Ausgangshypothese, dass die Belastung der BA-Studierenden sehr hoch sei, nicht belegt werden. Die Daten der fünfmonatigen Zeitbudget-Analyse im Wintersemester 2009/10 zeigen, dass das Selbststudium von den Studierenden häufig nur in geringem Umfang wahrgenommen wird. Gründe hierfür vermuten wir in der Lehr-Lern-Organisation, dem aktuellen Prüfungs(un)wesen sowie im studienstrategischen Verhalten der Studierenden: Die Lehrorganisation unterstützt das Selbststudium nicht, es wird nicht ausreichend Rückmeldung zu Aufgaben, Lektüre und Texten angeboten. Zudem können die punktuellen Prüfungen ein kontinuierliches Lernen nicht motivieren. Dies erkennen die Studierenden und richten ihr Studienverhalten daran aus.
Die Zeitbudget-Analyse sowie die Befragungen, die während der lehrorganisatorischen und didaktischen Interventionen durchgeführt werden, werden zeigen, ob die Maßnahmen eine Verbesserung der Lehr- und Lernsituationen mit sich bringen.
Dieser Beitrag gewann den Best-Paper-Award.
Präsentation & Kontakt: Dr. Christiane Metzger