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Positionspapier der GMW 2017/2018

+++ WORK IN PROGRESS +++
Chemnitz, 06.09.2017

Digitalisierung begreifen und gestalten

[01] Mit der breiten politischen und wirtschaftlichen Unterstützung der Digitalisierungsprozesse in allen Bildungssektoren ist eine Diskussion in Gang gekommen, die eine kritische Haltung sowie eine emanzipative Perspektive didaktisch-technologischer Entwicklung anmahnt. Der allein an technologischem Fortschritt orientierten Argumentation für die beschleunigte Digitalisierung der Bildung muss eine ebenso kritisch-engagierte wie gestaltungsorientierte Behandlung des Themenfeldes zur Seite gestellt werden.

[02] Worin bestehen die Besonderheiten der Situation? Einerseits stellt die kritisch-reflexive Herangehensweise an neue Möglichkeiten nichts Neues dar. Andererseits entwickelt sich gerade im Kontext der Digitalisierungsdebatte die Notwendigkeit, das Verhältnis von fortschrittlicher pädagogischer Praxis und ebenso fortschrittlicher technologischer Entwicklung neu zu diskutieren und zu bestimmen.

[03] Daher sehen wir es als Aufgabe der GMW e.V., die Prozesse und Wirkungen der Digitalisierung in Bildung und Wissenschaft einerseits besser zu verstehen und andererseits solche Positionen herauszuarbeiten, die neben der technologischen die pädagogische Innovation befördern – in Summe eine breite Sensibilisierung der Akteur*innen in Forschung und Bildung zu erreichen, die sich weder auf einzelne Unterthemen (wie E-Learning oder OER) bzw. kleinere Gruppen von Expert*innen und Enthusiast*innen reduzieren lässt (wie bspw. Instruktionsdesigner*innen oder Medienpädagog*innen).

[04] Die Verfolgung eines langfristigen Programmes, das zum Ziel hat, die Organisationsweisen, Aufgaben und Grenzen der wissenschaftlichen Bildungseinrichtungen in einer digitalisierten Welt zu klären, beinhaltet Fragen wie die nach Bedürfnissen und Möglichkeiten von Studierenden und nach der Steuerbarkeit von Erneuerungsprozessen in Hochschulen ebenso wie nach den Auswirkungen von Vernetzung, Transparenz und Offenheit als Grundprinzipien der Digitalisierung auf Wissenschaft und Hochschulen.

Lehre muss sich verändern – jetzt!

[05] Die Herausforderung, Lehren und Lernen (nicht nur) in der Hochschule grundlegend zu erneuern, stellt sich in neuer Dringlichkeit! Die Zunahme krisenhafter globaler Entwicklungen zeigt auf, dass “für das Leben lernen” eine neue Bedeutung gewinnen muss. Die Zweifel wachsen, ob das bisherige Bildungssystem und Bildungsverständnis in der Lage ist, den Menschen das an die Hand zu geben, was zur Gestaltung einer lebenswerten Zukunft notwendig ist. Der Eindruck entsteht, dass ein Mentalitätswandel bei der überwiegenden Mehrheit der Lehrenden überfällig ist, die in starkem Maße klassischen Formaten verhaftet sind und sich durch übergroße Skepsis gegenüber einer Neugestaltung von Lehre, verbunden mit erheblichen Berührungsängsten, auszeichnen. Aber: motivationale Veränderung muss in den Köpfen beginnen, bedarf Neugier und couragierter Auseinandersetzung! Wir sind davon überzeugt, dass die Gestaltung einer zeitgemäßen Lehre ohne die Berücksichtigung und Unterstützung von digitalen Medien nicht denkbar ist.

[06] Gleichzeitig sehen wir, dass es hierfür nicht vordringlich neuer Modelle und theoretischer Erkenntnisse bedarf: Die Aufgabenstellung ist klar umrissen und seit Jahrzehnten bekannt Lehren und Lernen ohne den flächendeckenden Anschluss jedweder Aktivität an digitalisierte Infrastrukturen ist undenkbar, Digitalisierung ohne die qualitative Weiterentwicklung der Lehre ist sinnlos. *Wie sich* Lehre jedoch breitenwirksam und nachhaltig weiterentwickeln lässt, ist ein nach wie vor ungelöstes Problem. Dabei treten Rahmenbedingungen und Organisationskultur in den Hochschulen verstärkt in den Fokus. Die Aufgabe, die gelöst werden muss ist es, wirksame Handlungsoptionen zu gewinnen, die über punktuelle Maßnahmen, kleinteilige Moderation von Verbesserungsprozessen und dem Bereitstellen immer neuer Angebote hinausgehen.

Mehr über Lernen lernen

[07] „Lernen“ stellt einen Schlüsselbegriff für alle in der Bildung Tätigen dar. Gleichzeitig sind die Konzepte und Modelle des Lernens heute von Vielfalt und Pluralismus geprägt, Impulse aus Neurowissenschaft und Informatik – aber auch Steuerungsmodelle wie „Outputorientierung“ halten Einzug in die Modelle des Lernens. Wie lassen sich Menschen bei Lernprozessen so unterstützen, dass „Selbstlernen“ mehr als ein curriculares Schlagwort oder organisierte Selbstüberlassung darstellt? Welche Erkenntnisse lassen sich aus der Nutzung von Learning Analytics, den unendlich verfügbaren Daten ziehen? Wie können Lernumgebungen interaktiv und dynamisch gestaltet werden, dass sie diese Prozesse wirklich unterstützen? Wie kann man das Lernen mit digitalen Medien besser unterstützen und welche Rolle spielt die digitalisierte Umwelt für das Lernen von Individuen und Organisationen?

[08] Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des durch die GWM e.V. geführten Diskurses, auf den Jahrestagungen ebenso wie den wissenschaftlichen Publikationen und vor allem den Projekten der Mitglieder der Fachgesellschaft.

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